Wie kann die Industrie negative Strompreise nutzen

In den letzten Tagen sind die Strompreise in Europa unter Null gefallen, und in Deutschland wurde der Markt am ersten Mai fast nicht geräumt. Die Möglichkeit, hunderte von Euro pro Megawattstunde durch den einfachen Stromverbrauch zu verdienen, ist kein einmaliges Phänomen, sondern ein Muster, das sich im Laufe der Jahre abgezeichnet hat.
Wie haben sich die negativen Preise in Europa entwickelt?
Auch in 2026 scheint es einen starken Anstieg der Stunden mit negativen Strompreisen zu geben. Montel zeigte für Spanien und Portugal einen Anstieg der negativen Stunden von 48 auf 397 Stunden im ersten Quartal in Spanien und einen Anstieg auf 222 Stunden in Portugal. Auch die Entwicklung seit 2023 von Ländern wie Deutschland, Finnland, Frankreich und Polen ist absehbar im neuen Bericht von Montel. In 2022 gab es in Europa fast keine negativen Stunden, und in Spanien gar keine.

Wie kann man als Industrie von negativen Preisen profitieren?
Die Antwort ist ziemlich einfach. Indem man von fossilen Energieträgern auf Strom umstellt und die Verbrennung fossiler Brennstoffe durch elektrische Prozesswärmeerzeugung ersetzt. Dies ist besonders einfach bei Dampf, Thermoöl oder Heißluft, insbesondere wenn ein Netzwerk diese Wärmeträger in einem Industriepark oder ähnlichem versorgt. Der erste Schritt besteht darin, eine elektrische Wärmeerzeugungsanlage zu installieren und sie zu den Zeiten mit niedrigen und negativen Preisen zu nutzen. Dies ersetzt teure fossile Brennstoffe und ermöglicht es der Industrie, von sehr niedrigen Energiepreisen zu profitieren oder sogar Einkommen zu erzielen. Für die direkte Versorgung in Zeiten negativer Preise ist ein Elektroboiler oder eine Wärmepumpe ideal.
Einzige Voraussetzung ist eine ausreichende Kapazität im Netzanschluss. Die Industrie können entweder durch ihren eigenen Handel oder durch den Handel Dritter auf die Spotmarktpreise zugreifen.
Welche Vorteile haben Wärmespeicher bei Stunden mit negativen Strompreisen?
Der Einsatz thermischer Energiespeicher wie des Kraftblock-Systems verbessert die Wirtschaftlichkeit der Nutzung von Stunden mit negativem Preis. Während die direkte Versorgung mit elektrischen Geräten möglich ist, ermöglicht das Kraftblock-System, dass negative Preise den ganzen Tag über transportiert werden, wodurch die Energiekosten für mehrere Stunden oder sogar für den ganzen Tag gesenkt werden. Dadurch werden nicht nur die Energiekosten gesenkt, sondern auch der Prozess dekarbonisiert und die erforderliche Menge an CO2-Zertifikaten reduziert. Für die nächsten Frühlings-, Sommer- und Herbsttage könnte dies also eine große Lösung sein, um die Energiekosten zu senken und die Einnahmen zu steigern. In diesem Whitepaper werden genauere Analysen zur Kosteneinsparung mit Thermischen Speichern wie Kraftblock für die Industrie beschrieben. Für die Lebensmittelindustrie gibt es ebenfalls ein Whitepaper mit dem Geschäftsmodell thermischer Speicher wie Kraftblock.


Warum Batterien allein den Trend zur negativen Elektrizität nicht umkehren werden
Batterien tragen bereits dazu bei, das Stromnetz auszugleichen und die Anzahl der Stunden mit negativen Preise zu senken. Sie werden jedoch in der Regel nur einmal am Tag in sonnigen Perioden verwendet. Sie werden daher innerhalb von 2—4 Stunden sehr schnell aufgeladen, und für den Rest des Tages besteht kein zusätzlicher Bedarf im System. Langzeit-Energiespeicher wie Kraftblock sind daher eine wertvolle Ergänzung des Energiesystems, da sie Energie länger laden und speichern können, was entsprechend auch eine neue Logik ins Energiesystem bringt. Nach Sonnenuntergang entladen sich die Batterien, wodurch akzeptable Preise und ein hoher Anteil erneuerbarer Energien aufrechterhalten werden. Die in einem Kraftblock-System gespeicherte Energie wird jedoch danach auch schnell über Stunden eingesetzt, um Prozesswärme immer noch zu Preisen aus der sonnigen Tageszeit in einen Prozess einzuspeisen.
Was ist mit den negativen Preisen am 1. Mai in Deutschland passiert und warum?

Am 1. Mai fielen die Preise auf -499,90 €/MWh und der Markt wurde fast nicht geräumt. Die ganze Woche über fielen die Preise aufgrund der hohen Menge an Solarstrom aus Photovoltaik, der bei sonnigem Wetter erzeugt wurde, unter 0€. Der 1. Mai war besonders negativ, da es in Deutschland ein Feiertag ist und es weniger Nachfrage nach Strom gibt, weil Betriebe geschlossen sind. Da die Photovoltaik in Deutschland kaum abgeregelt werden kann, war die Folge des Feiertags ein spontanes Problem auf dem Energiemarkt.
Dass es nur an diesem Tag ein außerordentliches Problem bzw. eine Chance war, zeigen die anderen Tage dieser Woceh: Die erzeugung von PV-Strom war ähnlich, der Preisdruck jedoch nicht. Obwohl dies aufgrund des Feiertags eine einzigartige Situation war, wird sich der allgemeine Trend zu niedrigen Preisen fortsetzen, sodass die Industrie in den nächsten Jahren von dem Geschäftsmodell thermischer Energiespeicher stark profitieren können.

